Saskia Esken & Andreas Stoch: 430.000 profitieren in BW von Mindestlohn

Landespolitik

Gute Nachrichten für 430.000 Beschäftigte und ihre Familien in Baden-Württemberg übermitteln SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken und SPD-Landesvorsitzender Andreas Stoch: “Von einem Mindestlohn von 12 Euro werden sehr viele Menschen profitieren. Mehr Einkommen, mehr Sicherheit, aber auch mehr Kaufkraft und mehr Wohlstand und damit eine bessere Zukunft.“

Laut Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) gab es im Jahr 2020 430.000 Vollzeitbeschäftigte in Baden-Württemberg mit einem Einkommen von unter 2284 Euro brutto, also mit einem Stundenlohn von unter 12 Euro. „Genau diese hart arbeitenden Menschen werden von der Anhebung des Mindestlohns profitieren“, so Saskia Esken.

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass Frauen häufiger im Niedriglohnsektor beschäftigt sind als Männer. In Baden-Württemberg beträgt der Anteil der Beschäftigten im Niedriglohn insgesamt 13,7 Prozent, doch die Frauen sind zu 22,4 Prozent und damit fast doppelt so häufig betroffen. „Die Erhöhung des Mindestlohns ist damit auch eine längst überfällige Gleichstellung der Arbeit von Männern und Frauen“, stellt Andreas Stoch am Samstag im Rahmen des politischen Jahresauftakts der SPD Baden-Württemberg heraus. „Gerade in Zeiten, in denen wir um jede einzelne Fachkraft kämpfen, darf das Geschlecht keinen Unterschied machen in der Entlohnung von Arbeit“, hält Saskia Esken fest. Die Landesspitze der SPD Baden-Württemberg kam am Freitag und Samstag zu ihrem Spitzentreffen und politischen Jahresauftakt zusammen.

Besonders profitieren werden von einem höheren Mindestlohn auch in Baden-Württemberg demnach die Frauen, die An- und Ungelernten, die Beschäftigten unter 25 Jahren und die Beschäftigten ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Auch ländliche Regionen sind als Niedriglohn-Hotspots zu erkennen, eine Tatsache, die sich in der Hauptsache aus den dort dominierenden Branchen ergibt. Die Wissenschaftler haben insbesondere das Gastgewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung und die Land- und Forstwirtschaft mit weit überdurchschnittlichem Anteil von Beschäftigten im Niedriglohn identifiziert. „Mein Wahlkreis ist geprägt vom Tourismus und Gastgewerbe. Deshalb wundert es mich nicht, dass die Zahlen hier über dem Landesschnitt liegen. In einer Situation der faktischen Vollbeschäftigung arbeiten im Nordschwarzwald über 17 Prozent der Beschäftigten für niedrigen Löhne, bei den Frauen beträgt ihr Anteil fast 30 Prozent“ beklagt Esken die Situation in ihrer Heimatregion.

Die Regierung unter Olaf Scholz startet nun aktiv ins neue Jahr. Ein wichtiges Projekt, die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro, wird von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil direkt in Angriff genommen. „Das ist ein gutes Signal für die Beschäftigten in ganz Baden-Württemberg.“, freut sich Andreas Stoch.

Saskia Esken hebt noch einmal hervor: „Ein höherer Mindestlohn ist ein Zeichen unseres Respekts für die Arbeit der Beschäftigten und er stärkt gerade in ländlich geprägten Regionen die Kaufkraft und damit die Konjunktur.“ Insgesamt fördere die Maßnahme den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und damit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Die von Kritikern immer wieder in Rede gestellten Gefahren des Mindestlohns für die Beschäftigung haben sich dagegen nicht bewahrheitet und müssen auch für die nun vorgesehene Erhöhung nicht befürchtet werden. Zum Beleg führt Esken Arbeitsmarktzahlen aus ihrer Heimatregion Nordschwarzwald an, wo seit der Einführung des Mindestlohns bis Mitte 2021 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt um 10,5% und in der Gastronomie um 1,9% gestiegen ist. „Selbst unter Corona-Bedingungen und damit in der größten Krise, die unsere Volkswirtschaft in der Nachkriegszeit erlebt hat, konnten die Unternehmen die Beschäftigung stabil halten. Aus der Krise heraus kommt es nun darauf an, den Fach- und Arbeitskräftemangel durch gezielte Maßnahmen wie eine respektvolle Lohnpolitik ebenso wie durch Qualifizierungsmaßnahmen für An- und Ungelernte und eine gezielte Stärkung der Erwerbsbeteiligung von Frauen zu bewältigen“ sagt Esken.

Quellen: Eine interaktive Grafik zu den Zahlen des WSI finden Sie unter https://www.wsi.de/de/arbeitszeiten-entlohnung-im-regionalen-vergleich-29696-unterer-entgeltbereich-34892.htm

Stuttgart, 15.01.2022

 

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